Gemeindekonzeption

0.  Vorwort
Mit der nun vorgelegten Gesamtkonzeption wird die im Jahr 2007 erstellte Gesamtkonzeption abgelöst. Ein Wochenende mit haupt- und ehrenamtlich
Mitarbeitenden und dem Presbyterium August 2014 hat die Grundlinien des neuen Leitbildes und der daraus folgenden Aufgaben erarbeitet, die vollständige Version wurde am 31.08.2016 vom Presbyterium verabschiedet.
Das Presbyterium wird über die Umsetzung der formulierten Ziele wachen
und darüber in Gemeindebrief, Homepage und Gemeindeversammlung
berichten.
Solingen. Im Oktober 2016

gez. Pfarrer Helmut Benedens (Vorsitzender des Presbyteriums)

1. Leitbild: Kirche auf dem Ketzberg – Wir.Leben.Aussicht(s)reich

WIR – sind eine bunte Gemeinschaft aller Menschen, die sich zur Kirchengemeinde Ketzberg zugehörig fühlen. In unserer ganzen Vielfältigkeit sind wir eine Gemeinde, in der jede und jeder eingeladen ist, sich gemäß der eigenen Neigungen und Fähigkeiten einzubringen und Gemeinde mit zu gestalten.

LEBEN – bedeutet für uns in Bewegung zu sein und zu bleiben. Wir wollen partnerschaftlich danach fragen, was die Menschen in unserer Gemeinde brauchen und dies im Gemeindeleben sichtbar werden lassen. Als Botschafter und Botschafterinnen der Liebe Gottes sind wir in dieser Welt auf dem Weg.

AUSSICHTsREICH – ist das Leben auf dem Ketzberg in vielerlei Hinsicht. Als Kirche am höchsten Punkt Solingens genießen wir die Aussicht auf die Umgebung. So leben wir aber auch in dem Bewusstsein, dass wir ein Teil eines großen Ganzen sind und die Aufgabe haben, gemeinsam mit den Gemeinden im Kirchenkreis, den Geschwistern in der Ökumene und den Verantwortlichen in der Stadt  das Leben zu gestalten.

2. Die Evangelische Kirchengemeinde Ketzberg

2.1 Zur Geschichte der Gemeinde
Die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Ketzberg beginnt am 01.01.1868 mit der Ablösung von der Kirchengemeinde Wald. Seit 1873 wurden in der Kirche an der Lützowstraße die Gottesdienste gefeiert. Das stetige und z.T. sprunghafte Wachstum der Gemeinde in der Anfangszeit (maximal 7800 Mitglieder) rechtfertigte nicht nur den Bau des Gemeindehauses an der Tersteegenstraße, sondern auch die Einrichtung einer zweiten Pfarrstelle.

Seit dem Jahr 1960 verliert die Gemeinde allerdings kontinuierlich Mitglieder. Dies führte im Jahr 1995 zunächst zu einer Reduzierung der 2. Pfarrstelle auf 50% und ihrer vollständigen Aufhebung im Jahre 2007. Seitdem ist Ketzberg wieder eine Einpfarrstellengemeinde.  Der Mitgliederschwund macht sich inzwischen drastisch bei den Finanzen bemerkbar. Trotz großer Anstrengungen von Eltern, Erzieherinnen und Presbyterium musste die Gemeinde sich mit Beginn des Kindergartenjahres 2012 / 13 von ihrer Kindertagesstätte Theresienstraße trennen. So konzentriert sich das Gemeindeleben seitdem auf Gemeindezentrum und die Kirche mit dem angrenzenden Friedhof. Doch auch hier mussten bei den vorhandenen Arbeitsstellen in den letzten Jahren drastische Einschnitte vorgenommen werden, sodass der Küsterdienst nur noch zu 80% und die Bereiche Kirchenmusik und Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu jeweils 50% finanziert werden können.

2.2 Bevölkerungsstruktur / Gemeindecharakteristik
Momentan gehören noch etwa knapp 2800 Menschen zur Evangelischen Kirchengemeinde Ketzberg (Stand August 2016). Charakteristisch für die Gemeinde ist, dass sie eine Vermengung unterschiedlichster Strukturen gesellschaftlichen Lebens darstellt. Da ist zum einen die fast dörfliche Struktur der Hofschaften, zum anderen die fast großstädtische Wohnsituation an den Hauptdurchgangsstraßen. Kirche und Gemeindehaus liegen rein geografisch gesehen im Zentrum, sind jedoch nicht eingebettet in ein gewachsenes Stadtviertel, dessen Wege zur Kirche hinführen. Man kommt dort nicht zwangsläufig vorbei, sondern geht gezielt hin. Dies ist und bleibt eine besondere Herausforderung bei der Entwicklung attraktiver Gottesdienste und Gemeindeangebote.

Ein weiteres Charakteristikum ist die Schwerpunktsetzung in Hinblick auf die Kirchenmusik und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Beide Arbeitsbereiche sind hauptamtlich mit hochqualifizierten Mitarbeiterinnen besetzt, die ihre Arbeitsweisen und Schwerpunkte professionell setzen und eigenverantwortlich durchführen. Neben der Begleitung der Gottesdienste liegt der Schwerpunkt in der Kirchenmusik z.Zt. auf der Chorarbeit mit Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 8 und 14 Jahren (Kinderchor / SoulTeens). Die Chorarbeit mit älteren Jugendlichen und Erwachsenen (Jugendchor „YoungVoices“, Gospelchor „unisono“ und der Klassikchor) wird durch den Förderverein „Wir 4 Stimmen für Ketzberg“ finanziell mit getragen und in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Presbyterium verantwortet.

In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sollen die Teilnehmenden Raum für sich  und Ansprechpartner in ihrer jeweiligen Lebenssituation finden, und  junge Menschen zur ehrenamtlichen Mitarbeit gewonnen, dabei  begleitet und geschult werden.

In allen Bereichen der Gemeindearbeit wird die ehrenamtliche Mitarbeit der Gemeindeglieder eine tragende Säule sein und in der Zukunft bleiben. Derzeit tragen etwa 170 ehrenamtlich Mitarbeitende die Arbeit in der Gemeinde mit.

2.3 Leitung / Organigramm

 

Die aus der Gemeinde gewählten Presbyterinnen und Presbyter bilden mit den Pfarrstelleninhabern die Gemeindeleitung. Sie beraten und entscheiden monatlich und befassen sich mit der Form der Verkündigung (Gottesdienste), Fragen der Gemeinde- und Personalverwaltung und den Finanzen der Gemeinde.

Zusätzlich gibt es in der Gemeinde verschiedene Ausschüsse, in denen Mitglieder des Presbyteriums, die im jeweiligen Bereich hauptamtlich Tätigen und interessierte, sachkundige Gemeindeglieder zusammenarbeiten. Sie erarbeiten verschiedene Sachverhalte und leiten ihre Vorschläge und Empfehlungen als Entscheidungshilfe an das Gesamtpresbyterium weiter.

Über die Entscheidungen des Presbyteriums werden die Mitarbeitenden regelmäßig in den wöchentlichen Dienstbesprechungen informiert. Dort werden auch Absprachen zur Arbeit in der folgenden Woche getroffen, Termine vereinbart oder Veranstaltungen vorbereitet. Die hauptamtlich Mitarbeitenden tragen diese Planungen und Absprachen dann als Multiplikatoren in die Besprechungen mit den Ehrenamtlern.

Die Gemeinde wird regelmäßig in einer Rubrik im Gemeindebrief über die Arbeit des Presbyteriums informiert. Zusätzlich dazu werden Veranstaltungshinweise und – berichte, sowie Informationen über das Gemeindeleben auf der Homepage www.kircheketzberg.de veröffentlicht. Eine Art „newsletter“ in Form eine Information per E-Mail über aktuelle Veranstaltungen und Themen befindet sich noch in der Aufbauphase.

2.4 Personal
Zurzeit ist die Evangelische Kirchengemeinde Ketzberg Arbeitgeberin für 8 Mitarbeitende in unterschiedlichen Betätigungsfeldern und mit sehr verschiedenen Arbeitszeitkontingenten.

Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist eine Sozialpädagogin mit einem Stellenumfang von 50% angestellt. Sie plant und führt die wöchentlichen Angeboten (Kindergruppen / Jugendcafé) durch, und plant und leitet Freizeiten für Kinder (Ostern) und Jugendlichen (Sommer). Für all diese Angebote sorgt sie auch für die Gewinnung und Begleitung von ehrenamtlich Mitarbeitenden.

Die Arbeit auf dem Friedhof der Kirchengemeinde wird z.Zt. von zwei Personen versehen. Ein Mitarbeiter mit einer 100% Stelle, dazu eine Zweitkraft im Rahmen einer 23 Stunden – Stelle.

Für die kirchenmusikalische Arbeit beschäftigt die Kirchengemeinde eine Kirchenmusikerin mit B-Examen in einer 50% Stelle. Ihr obliegt vor allem die Begleitung der Gemeindegottesdienste und eines Teils der Trauungen, sowie die Proben und Auftritte mit dem Kinderchor und den SoulTeens (seit 2012). Darüber hinaus arbeitet sie als Honorarkraft für den Verein „Wir 4 Stimmen für Ketzberg“ als Leiterin der Young Voices, des Gospelchores unisono und des Klassikchores.

Der Küsterdienst wird von einem Mitarbeiter im Rahmen einer 80% Stelle versehen. Für ihn gehören die Vorbereitung der Kirche und die Begleitung von Gottesdiensten, wie auch Hausmeistertätigkeiten in dem, und um das Gemeindehaus zu seinem Aufgabenbereich. Während der freien Wochenenden und in der Urlaubszeit werden seine Aufgaben z.T. von einem geringfügig beschäftigten Vertreter oder von ehrenamtlich Tätigen übernommen.

Für die Reinigung des Gemeindezentrums sind darüber hinaus zwei, ebenfalls geringfügig beschäftigte Frauen angestellt.

Die Aufgaben der Pfarrstelle, vor allem Verkündigung, Seelsorge und kirchliche Bildungsarbeit, werden durch ein Pfarrehepaar wahrgenommen. Sie teilen sich die Stelle zu je 50%.

2.5 Gebäude
Nachdem im Jahr 2010 das letzte Pfarrhaus aufgegeben wurde und die Gemeinde sich 2012 auch von der Kindertagesstätte getrennt hat, bilden die verbliebenen Gebäude (Kirche, Gemeindezentrum, Kapelle und Wirtschaftsgebäude des Friedhofes) das geografische Zentrum am Ketzberg.

Die Evangelische Kirche Ketzberg wurde in den Jahren 1871 bis 1873 gebaut und zuletzt in den Jahren 2000 / 2001 aufwändig saniert, wobei auch noch Spätfolgen des Brandes von 1978 beseitigt werden mussten. Die reguläre Bestuhlung reicht aus für 150 Menschen, maximal fasst die Kirche 300 Personen.

An das Kirchenareal grenzt der Friedhof, mit dem Wirtschaftsgebäude, das im Jahr 1908 zunächst als Küsterwohnung errichtet wurde und der Kapelle, die aus dem Jahre 1896 stammt und rund 70 Trauergästen Platz bietet.

An der Tersteegenstraße liegt das Gemeindezentrum, in dem sich im Erdgeschoss über das Foyer der Gemeindesaal und der Konfirmandenraum erreichen lassen. Im Anbau der ehemaligen Friedhofsverwaltung befindet sich seit Herbst 2015 eine Zweizimmerwohnung, die z.Zt. an die Stadt Solingen zur Unterbringung von Kriegsflüchtlingen vermietet ist. Seit Dezember 2015 leben dort zwei Schwestern aus dem Irak.

Über den Eingang im Hof erreicht man die Jugendetage mit ihren verschiedenen Räumen, die allein für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zur Verfügung stehen.

Im Dachgeschoss des Gemeindezentrums befinden sich zudem drei vermietete Wohnungen.

2.6 Finanzen
Trotz der unterschiedlichen, bereits seit 1995 immer wieder vorgenommenen Einschnitte und Sparmaßnahmen ist und bleibt die finanzielle Lage der Gemeinde angespannt. Nicht selten wurden in der Vergangenheit die erhofften Effekte von Einsparungen durch die Erhöhungen landeskirchlicher Umlagen wieder „aufgefressen“. Bei aller geforderten Haushaltsdisziplin ist sich das Presbyterium im Klaren, dass für die Einsparungen auf dem personellen Sektor keine weiteren Möglichkeiten vorhanden sind. Gerade hier führten weitere Einschnitte zu einer massiven Verschlechterung die Qualität der Arbeit und besonders der Begleitung der Menschen vor Ort.

Daher wird es auch für die Gemeinde Ketzberg in der Zukunft umso wichtiger werden, zusätzliche Einnahmequellen und Sponsoren zu finden. An erster Stelle stehen dabei immer noch die beiden sehr aktiven Fördervereine „Wi4r Stimmen für Ketzberg“ – ein Chorverein, der die Chorleitung für inzwischen drei Chöre (Young Voices, unisono, Klassikchor) per Honorarvertrag sichert und etliche Projekte in diesem Bereich stemmt, und die „Freunde der Ketzberger Kirche“, die seit der großen Sanierungsmaßnahme die Gemeinde durch die Mitgliedsbeiträge und die Einnahmen bei Veranstaltungen bei der Erhaltung der Substanz der Kirche zu unterstützen.

Beide Vereine freuen sich immer über das Interesse neuer Mitglieder und geben gerne über die Arbeit, das bisher Erreichte und zukünftige Pläne Auskunft.

Auch die gemeindeweite Spendenaktion „Ich geb der Gemeinde den Rest“ hat nur durch die Sammlung von Kupfergeld in den vergangenen beiden Jahren schon einiges erwirtschaftet, ebenso wie die Spendenshop über Bildungsspender.de und zusätzlich darf sich das Presbyterium immer wieder über unterschiedlich kleine und große Spenden freuen. Trotzdem muss an dieser Stelle noch viel weiter gedacht und anders überlegt werden. Dies wird die Gemeinde Ketzberg in den kommenden Jahren immer stärker begleiten.

3. Konzeption

3.1 WIR – Gemeinschaft
Gemeinschaft, so wie wir sie verstehen, ist Einheit in Vielfalt. „Es ist wie bei unserem Körper: Der eine Leib besteht aus vielen Körperteilen, aber nicht alle Teile haben dieselbe Aufgabe. Genauso bilden wir vielen Menschen, die zu Christus gehören, miteinander einen Leib. Aber einzeln betrachtet sind wir wie unterschiedliche und doch zusammengehörende Körperteile. Wie haben verschiedene Gaben, je nachdem, was Gott uns in seiner Gnade geschenkt hat.“ (Römer 12, 4-6a / Basis-Bibel)

Diese Vielfalt der unterschiedlichen Gaben verstehen wir ausnahmslos als Geschenke Gottes, von ihm gegeben, durch seinen Geist gewirkt und bestärkt. „Es gibt zwar verschiedene Gaben, aber es ist immer derselbe Geist. Es gibt verschiedene Aufgaben, aber es ist immer derselbe Herr. Es gibt verschiedene Wunderkräfte, aber es ist immer derselbe Gott. Er bewirkt alles in allen.“ (1. Korinther 12, 4-6 / Basis-Bibel)

Dieses Verständnis prägt und trägt das Leben in den einzelnen Gruppen der Gemeinde, und ist auch entscheidend für ein gutes Miteinander der verschiedenen Gruppen und Generationen untereinander. Gleiches gilt für das vertrauensvolle Miteinander im Team der hauptamtlich in der Gemeinde Tätigen, wie auch zwischen diesen und den vielen ehrenamtlich Mitarbeitenden. Alle bringen ihre Zeit und ihre Gaben eigenverantwortlich und kompetent zum Wohl der Gemeinde ein.

Ob in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen oder in den Gruppen der Erwachsenen – die Teilhabe an Entscheidungen, der Einfluss auf Inhalte und Abläufe innerhalb der Gruppe, also die Beteiligung an Entscheidungsprozessen gehört unbedingt zu einem Geist gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung.

Diese Grundhaltung ist für uns auch bestimmend für die Zusammenarbeit auf anderer Ebene. Als Kirchengemeinde verstehen wir uns als ein Glied des großen Leibes Christi. Hier sehen wir uns in engem Zusammenhang mit den anderen Gemeinden des Kirchenkreises, wie auch mit unseren Geschwistern in der Ökumene vor Ort und weltweit. Ebenso sind wir ein Teil der Großstadt Solingen, aufgefordert unsere Gaben und Kompetenzen zum Wohl der Stadt einzubringen.

Gerade in diesen Zusammenhängen aber liegen auch die besonderen Herausforderungen vor denen wir als Gemeinde in dieser Zeit stehen. Die schwindenden finanziellen Mittel, die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur und auch die starken Veränderungen bezüglich der Wahrnehmung von „Kirche“ und der Inanspruchnahme kirchlicher Angebote sind Komponenten, die zur Gestaltung des Gemeindelebens gut im Blick haben. Sie lassen uns immer deutlicher die Notwendigkeit erkennen, wie wichtig es ist, Partnerschaften auf unterschiedlichen Ebenen einzugehen. Die Vernetzung mit benachbarten Kirchengemeinden, Schulen oder anderen Einrichtungen wird immer wichtiger, da eine Kirchengemeinde allein schon lange nicht mehr alle Bereiche des Lebens mit Angeboten abdecken kann. Es gilt vielmehr, sich zu fragen, wo die eigenen Stärken liegen, um die Arbeit in diesen Bereichen mit einem Höchstmaß an Kompetenz und Professionalität leisten zu können.

Dabei wird es aber immer spannend bleiben, genau auf die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen in unseren Gruppen und Kreisen zu achten, Anregungen und Anmerkungen aufzunehmen und so eventuell auch Angebote neu auszurichten. Ebenso gilt es, besonders in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien die Entwicklungen gerade in Schule und Gesellschaft genau zu beobachten um auch ihnen weiterhin ein kompetenter und glaubwürdiger Ansprechpartner sein zu können.

Es gilt nicht mehr aber auch nicht weniger zu sein als Kirche in Bewegung, gemäß dem reformatorischen Grundsatz, dass die Kirche selbst auch immer wieder zu erneuern ist, ohne dabei ihren Kern, das Leben im und aus dem Glauben an Jesus Christus, aus den Augen zu verlieren.

3.2 LEBEN – Nachfolge
Nachfolge bedeutet für uns das Leben so zu gestalten, dass in unserem Miteinander für die Menschen, die uns begegnen die biblische Botschaft der Liebe Gottes erfahrbar wird.

Ausdruck dafür ist eine Haltung, durch die Menschen eine respektvolle und liebevolle Annahme erfahren. Sie lebt von der Bewegung zu den Menschen hin (z.B. in Besuchsdienst und aufsuchender Seelsorge in den verschiedenen Lebensbezügen).

Sie wird deutlich in der klaren Anwaltschaft für die Schwachen (z.B. Diakonie, Flüchtlingsarbeit). Sie lädt ein zu Gruppenveranstaltungen und Gottesdiensten, der denen Gemeinschaft erlebt und die befreiende Botschaft von Gottes annehmender Liebe verkündigt wird.

So wird ein Klima geschaffen, in dem jeder Mensch gleich in welchem Bereich oder welcher Funktion, sich mit seinen ganz eigenen Talenten und Gaben einbringen kann. „Denn jeder Einzelne von uns hat seinen Anteil an der Gnade erhalten, die Christus uns schenkt.“ (Epheser 4, 7 / Basis Bibel)

Als Ketzbeger Christen verstehen wir uns als Teil des Evangelischen Kirchenkreises und der Stadt Solingen. So gilt es, unsere Gaben und Ressourcen einzusetzen nach dem Prinzip „suchet der Stadt Bestes“ (Jeremia 29, 7).

Dies erfordert ein verantwortliches Leitungshandeln in Zeiten knapper werdender Ressourcen (sowohl finanzielle, als auch personelle und zeitliche), eine strukturierte Begleitung ehrenamtlich engagierter Menschen und das Ausloten von Möglichkeiten, die vorhandenen hauptamtlichen Stellen in einem attraktiven Umfang zu erhalten.

3.3 AUSSICHTsREICH – Dienst
Unsere Kirche ist die höchstgelegene Kirche in Solingen. Von ihrem Turm und auch vom benachbarten Friedhof hat man eine hervorragende Aussicht auf die Umgebung. Diese öffnet das Bewusstsein für das Geschenk, ein Teil von Gottes Welt zu sein.

Wir leben als Christen mit der Aussicht auf eine Welt unter Gottes Herrschaft und warten auf die Verwirklichung des Reiches Gottes.

Für uns und die Menschen in unserer Umgebung gilt: „Der Mensch lebt nicht nur vom Brot, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.“ (Matthäus 4,4 / Basis Bibel)

Dessen werden wir gewiss durch Gottesdienste in verschiedener Gestalt und für unterschiedliche Zielgruppen, die unserem Glauben in Wort, Musik und erfahrener Gemeinschaft Ausdruck verleihen („klassische“ Gottesdienste an Sonntagen, Kreuz & Quer – Gottesdienste, Familiengottesdienste an den kirchlichen Hochfesten und Erntedank, Schulgottesdienste – in der Regel ökumenisch, Jugendgottesdienste, Vorstellungsgottesdienst, Taizé-Andacht, Kinderbibeltag).

Doch geschieht Verkündigung ebenso in den anderen Feldern der Gemeindearbeit: Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Begleitung und Schulung von ehrenamtlich Mitarbeitenden, Diakonie, Kirchenmusik, Konfirmandenunterricht und der dazugehörigen Elternarbeit, Ökumene, Seelsorge (bes. Kasualgottesdienste), Seniorenarbeit.

Eine besondere Herausforderung besteht dabei in der Entwicklung von Veranstaltungsformen für „religiöse Bildungsarbeit“, die von den Menschen auch angenommen werden.

Darüber hinaus gilt es im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit im Auge zu behalten, wie sich Menschen über die Kirchengemeinde und ihre Angebote informieren, um dann an entsprechender Stelle  die gewünschten Informationen zur Verfügung zu stellen (Gemeindebrief, Tagespresse, Homepage, „Newsletter“, soziale Medien).

So ergeben sich für die nächste Zeit folgende Aufgaben:

– Für neue und bestehende Angebote gilt es Menschen zur Teilnahme wie auch zur Mitarbeit zu gewinnen.

– Für die strukturierte Begleitung der ehrenamtlich Mitarbeitenden ist eine entsprechende Konzeption in Arbeit, die baldmöglichst vorgelegt wird.

– Im Gemeindearbeit sollte die Einbeziehung der digitalen Medien nach Möglichkeit ausgebaut und entsprechend gepflegt werden. Hier ist die Möglichkeit der weiteren Einbeziehung von Ehrenamtlichen zu bedenken.

– Kooperation mit der Kirchengemeinde Gräfrath:  die Presbyterien der beiden Gemeinde verabreden ab Herbst 2017 einen Fahrplan für die schrittweise Intensivierung der Zusammenarbeit, die (gemäß KSV – Beschluss) im Jahr 2024 ihren Abschluss finden soll.

Das Presbyterium der Kirchengemeinde

Das Presbyterium der Kirchengemeinde wurde im Februar 2014 gewählt:

Vorsitzende ist derzeit Pfarrerin Sabine Büker-Benedens.
Email: sabine.bueker-benedens@ekir.de

Stellvertretende Vorsitzende ist Nicola Henkel.
Email: nicola.henkel@ekir.de

Kirchmeister (Finanzminister) ist Folkert van Lessen.
Email: folkert.van_lessen@ekir.de

Baukirchmeister (zuständig für Gebäude) ist Burkhard Gudlat.
Email: burkhard.gudlat@ekir.de

Die weiteren Presbyterinnen und Presbyter sind:

Carsten Heinrichs
Email: carsten.heinrichs@ekir.de

Reiner Kirchner
Email: reiner.kirchner@ekir.de

Regine Mathiasen
Email: regine.mathiasen@ekir.de

Sandra Mevißen
Email: sandra.mevißen@ekir.de

Erika Rannow
Email: erika.rannow@ekir.de

Mitglieder mit beratender Stimme sind:

Pfarrer Helmut Benedens
Email: helmut.benedens@ekir.de

Vikarin Kerstin Heider
Email: kerstin.heider@ekir.de

Leitbild

 

Kirche auf dem Ketzberg – Wir.Leben.Aussicht(s)reich

WIR – sind eine bunte Gemeinschaft aller Menschen, die sich zur Kirchen-gemeinde Ketzberg zugehörig fühlen. In unserer ganzen Vielfältigkeit sind wir eine Gemeinde, in der jede und jeder eingeladen ist, sich gemäß der eigenen Neigungen und Fähigkeiten einzubringen und Gemeinde mit zu gestalten.

LEBEN – bedeutet für uns in Bewegung zu sein und zu bleiben. Wir wollen partnerschaftlich danach fragen, was die Menschen in unserer Gemeinde brauchen und dies im Gemeindeleben sichtbar werden lassen. Als Botschafter und Botschafterinnen der Liebe Gottes sind wir in dieser Welt auf dem Weg.

AUSSICHTsREICH – ist das Leben auf dem Ketzberg in vielerlei Hinsicht. Als Kirche am höchsten Punkt Solingens genießen wir die Aussicht auf die Umgebung. So leben wir aber auch in dem Bewusstsein, dass wir ein Teil eines großen Ganzen sind und die Aufgabe haben, gemeinsam mit den Gemeinden im Kirchenkreis, den Geschwistern in der Ökumene und den Verantwortlichen in der Stadtdas Leben zu gestalten.