…und bis wir uns wiedersehen – Wort der Zuversicht / 1. April 2020

Was war das für ein seltsamer Tag, der 13. März, als klar wurde, die Schulen, Kitas und auch viele andere Einrichtungen schließen und Veranstaltungen nicht mehr stattfinden. Und wir nicht wussten, und noch immer nicht wissen, wann wir uns „so richtig“ wiedersehen – beim Sport, im Chor, beim Gottesdienst, auf einen Kaffee in der Stadt oder ein Eis bei der Eisdiele… Echt, ohne Abstand, ohne Kamera dazwischen oder vielleicht nur vor der Haustür oder vom Balkon aus zuwinken können.

Auf Wiedersehen! Wann wird das sein?

Im neutestamentlichen Losungs-Vers für den heutigen Tag heißt es: Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr habt nun Traurigkeit, aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. (Johannes 16,22)

Es ist ein Satz aus den Abschiedsreden Jesu, in denen er seine Jünger auf sein Leiden und Sterben vorbereitet, ihnen aber auch die Perspektive der Ewigkeit und des Wiedersehens dort mitgibt.

Wir befinden uns mitten in der Passionszeit, in der wir an das Leiden Jesu denken, aber als Christen wissen – das ist nicht das Ende! Ostern ist der Anfang eines ganz neuen ewigen Lebens. Jesus hat den Tod besiegt. Er ist stärker als alle Traurigkeit, alle Angst, die wir hier und jetzt haben.

Das ist ein steiler Satz. Darf ich darauf vertrauen?

Ja, die Jünger sind traurig – das überdeckt Jesus gar nicht, nach dem Motto, ach, ist alles nicht so schlimm. Nein, da ist ganz viel Angst und Ungewissheit. Und bei uns, wenn ich uns da mal mit hineinnehme in die Geschichte. Ihr seid jetzt traurig.

Aber Jesus weiß von einer Wirklichkeit, die größer und stärker ist als jede Angst. Ich werde euch wiedersehen. In Gottes neuer Welt, da gibt es das alles nicht mehr. Keine Tränen, kein Leid, keinen Virus…

Seine Rede endet mit den Worten: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Seid getrost! Als Jesus-Nachfolger*innen sind wir mit hineingenommen in diese neue Wirklichkeit. Schon heute dürfen wir mit dieser starken und Mut machenden Zuversicht leben.

Und bis dahin gilt, was wir in einem Lied nach einem irischen Segen gerne singen: „Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein; sanft falle Regen auf deine Felder und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein. Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand; und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand.“

Darauf freue ich mich von Herzen – Bärbel Albers

Klimafasten Woche 6 – Plastikfreies Leben

Woche 6: Plastikfreies Leben

Eine Woche Zeit…

…für ein plastikfreies Leben

Kunststoffe sind allgegenwärtig und haben unser Leben revolutioniert. Kein Wunder, denn kein anderes Material ist so vielfältig einsetzbar, so langlebig, leicht und formbar wie Plastik. Schätzungsweise wurden seit 1950 davon 8,3 Mrd. t produziert. Für manche Produkte ist es unersetzlich. Der überwiegende Anteil wird jedoch für sehr kurzlebige Verpackungen verwendet. Und jeder Deutsche produziert dadurch jährlich etwa 38 kg Plastikverpackungsmüll.

Wort der Zuversicht: Glückselig sein

Es gibt Zeiten, da wird man auf seinen eigenen Konfirmationsspruch aufmerksam. Meiner ist: „Selig sind die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden!“ Matthäus 5,4. Ich konnte lange damit nichts anfangen. Mir ging es ja bisher verhältnismäßig gut und dafür bin ich dankbar. Klar es gab und gibt auch schwierige Zeiten, doch tiefes Leid musste ich noch nicht erleiden.
Jesus, der Erfinder dieses Satzes steht auf einem Berg. Er sieht das Volk vor sich. Und das berührt ihn. Er sieht nicht nur viele Leute, eine große Masse, anonym. Er sieht jeden Einzelnen. Er weiß, was ihnen fehlt, woran sie leiden und er weiß, was sie brauchen. Und er sagt ja nicht: euer Leid soll auf einen Schlag beendet sein. Er sagt auch nicht: euer Leid ist Ausdruck des Zornes Gottes über diese gottlose Welt. Er sagt auch nicht: nehmt eure Leid nicht so ernst. Kopf hoch, wird schon wieder. Nein er spricht: Selig seid ihr, makarios – glückselig. Warum soll ich mich glückselig schätzen, wenn ich Leid trage. Ich will Leid vermeiden, ihm aus dem Weg gehen, es los werden. Klar, wer nicht.
Aber wenn es da ist, darf mich deshalb glückselig schätzen, weil ich zwei Perspektiven haben darf. Das Erste: Ich bin in meinem Leid nicht allein. Jesus ist da. Kein Leid kann mich von seiner Liebe trennen, er geht deinem Leid nicht aus den Weg, er leidet mit.
Und das zweite: einmal wird alles Leid überwunden sein, einmal wird er alle Tränen abwischen, kein Leid, keine Krankheit, keine Seuche, kein Tod mehr, keine Angst, keine Sorge mehr. Darin liegt der Trost: denn sie sollen getröstet werden – schon hier und erst recht in seinem Reich.
Und noch etwas: „Selig sind die da Leid tragen“ – das sind für mich diejenigen, die gerade jetzt einen ungeheuren Dienst leisten: alle, die im Arztberuf, im Pflegebereich tätig sind – nicht nur bei uns in Deutschland, ich denke an Italien und Spanien, an die Leute, die dort bis zur Erschöpfung arbeiten, um zu verhindern, dass der Corona den Tod bringt. Und ich denke an die Seelsorge dort und an vielen Punkten dieser Erde, deren Beruf es ist, zu trösten, mitzuleiden, beizustehen, zu beten, Hände zu halten – ohne die Hände berühren zu dürfen, in den Arm zu nehmen und das auf Abstand.
Sie werden getröstet werden und jede und jeder, die da mittun, die in diesen Tagen zum Tröster werden, werden selbst einmal getröstet werden. Glückselig sind sie.
Pfarrer Thomas Schorsch 30.03.2020

Cartoon zum Balkonsingen

Mal etwas zum Schmunzeln…

Jeden Abend um 19 Uhr lädt die Evangelische Kirche alle Menschen ein, gemeinsam „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen oder zu musizieren – jeder und jede auf seinem Balkon oder im Garten. Denn Singen verbindet und tut einfach gut – vor allem während der Corona-Krise, in der gemeinsame Veranstaltungen Mangelware zu sein scheinen.

Cartoon: ekir.de/Michael Hüter CC BY-ND 4.0

Bildnachweis: ekir.de/Michael Hüter CC BY-ND 4.0

Hier der Text:

  1. Der Mond ist aufgegangen
    die goldnen Sternlein prangen
    am Himmel hell und klar.
    Der Wald steht schwarz und schweiget,
    und aus den Wiesen steiget
    der weiße Nebel wunderbar.
  2. Wie ist die Welt so stille
    und in der Dämmrung Hülle
    so traulich und so hold
    als eine stille Kammer,
    wo ihr des Tages Jammer
    verschlafen und vergessen sollt.
  3. Seht ihr den Mond dort stehen?
    Er ist nur halb zu sehen
    und ist doch rund und schön.
    So sind wohl manche Sachen,
    die wir getrost belachen,
    weil unsre Augen sie nicht sehn.
  4. Wir stolzen Menschenkinder
    sind eitel arme Sünder
    und wissen gar nicht viel.
    Wir spinnen Luftgespinste
    und suchen viele Künste
    und kommen weiter von dem Ziel.
  5. Gott, lass dein Heil uns schauen,
    auf nichts Vergänglichs trauen,
    nicht Eitelkeit uns freun;
    lass uns einfältig werden
    und vor dir hier auf Erden
    wie Kinder fromm und fröhlich sein.
  6. Wollst endlich sonder Grämen
    aus dieser Welt uns nehmen
    durch einen sanften Tod;
    und wenn du uns genommen,
    lass uns in’ Himmel kommen,
    du unser Herr und unser Gott.
  7. So legt euch denn, ihr Brüder,
    in Gottes Namen nieder;
    kalt ist der Abendhauch.
    Verschon uns, Gott, mit Strafen
    und lass uns ruhig schlafen.
    Und unsern kranken Nachbarn auch!

Text: Matthias Claudius 1779
Melodie: Johann Abraham Peter Schulz 1790

EG 482

Gottesdienst für Zuhause von unserer Prädikantin Monika Ruhnau

Und hier ein neuer ein Gottesdienst für Zuhause von unserer Prädikantin Monika Ruhnau für Sie:

Als Download: Impuls für den Sonntag 29.03.2020

Der Friede Gottes sei mit Euch allen – Der Friede sei mit Dir

Guten Morgen, liebe Geschwister! Judika heißt unser Sonntag, eine inständige Bitte aus Psalm 43: Schaffe mir Recht, o Gott und errette mich. Seit hunderten von Generationen ist dies ein Hilfeschrei der Armen, Kleinen und Schwachen. Wie gut tut da das Band der Solidarität in unseren Tagen, die vielen kleinen aufheiternden Worte, die Nachbarschaftshilfe und nicht zuletzt und ganz besonders das aufrechte Mühen der politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen, keinen zurückzulassen.

So lasst uns feiern

Im Namen Gottes: des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat,der Bund und Treue hält ewiglich und der nicht loslässt das Werk seiner Hände.

Morgengruß Lied 449 Die güldne Sonne voll Freud und Wonne

Bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht.

Gebet

Gütiger Vater, voll Zuversicht, ohne Pessimismus wollten wir die Passionszeit begehen. Doch es ist so schwer.

Die Sonne scheint hoch vom Himmel, der Coronaschrecken scheint unwirklich, nicht zu greifen. Hilf uns geduldig zu bleiben und vernünftig.

Lass uns bedenken, dass jeder Tag seine eigene Plage und Mühe hat und dankbar sein, wenn wir jeden Tag aufs Neue gesund unser Tagwerk begehen können. Lass uns im Gebet füreinander da sein.

Wir bitten dich für die Menschen, die ihren Dienst für die Gemeinschaft leisten: In Laboren, in Krankenhäusern, in Lebensmittelläden, in der Politik… Schenke ihnen Kraft für ihr Tun und Mut für ihre Entscheidungen.

Wir bitten dich für die Kranken: Steh ihnen bei durch Menschen, die versuchen, ihr Leid zu lindern. Nimm sie in Liebe an, wenn alles Menschentun nicht mehr helfen kann. Gütiger Vater, du bist Halt unseres Lebens in Angst.

Wir bitten um deine tägliche Zurüstung durch dein Wort des Lebens, wenn wir gemeinsam mit den Worten deines Sohnes beten:

Vater Unser

Geleit für die Woche Lied 421 Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott zu unsern Zeiten. Es ist ja doch kein anderer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott alleine.

Herr, wir bitten dich:

Segne uns. Halte deine schützenden Hände über uns und gib uns deinen Frieden. Amen

Der Predigttext steht im Hebräerbrief, Kapitel 13, die Verse 12-14

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Liebe Geschwister, mit diesen Zeilen tauchen wir tief hinein in die Passionszeit. Im Gottesdienst würden wir neben dem Halleluja auch nicht mehr das Gloria „Lobe den Herrn, meine Seele“ singen. Stiller soll es werden bis Ostern. Die Zeilen rücken den tiefen Sinn unseres Glaubens in den Focus. Jesus, der unsagbar gelitten hat, draußen vor dem Tor von Jerusalem, auf Golgatha am Kreuz.

Und dieses Leiden im Einklang mit Gott, seinem gütigen Vater. Im Bewusstsein, dass es keine Laune seines Vaters ist, sondern lauter Liebe zu seinem Volk, zu allen Menschen. Fast an Gott zweifelnd: Mein Gott, warum hast du mich verlassen – um dann doch sagen zu können: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und Gott handelt an ihm und weist den Tod in seine Schranken.

Und so können wir singen: Jesus lebt, mit ihm auch ich. Heiligen, welch altertümliches Wort, für protestantische Ohren ungewohnt. Doch es meint: Mit Gott im Einklang sein, angenommen sein. Keine Schuld trennt uns, im Handeln an Jesus hat Gott sie getilgt. Wir können nicht mehr zu Jesus hinausgehen. Aber wir dürfen voll Zuversicht glauben:

Jesus lebt, mit ihm auch ich. Doch unser Leben bleibt fragil, wir haben keine Vollkaskoversicherung. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Welch eindringlicher Satz in diesen Zeiten! Da hatten wir Menschen doch bis Jahresanfang gedacht, wir hätten alles im Griff. Trotz kleiner Dellen: die Wirtschaft läuft, mit Fußballeuropameisterschaft und Olympiade das Jahr sportlich wunderbar getaktet, Syrien werden wir irgendwie aussitzen und wenn wir erst einmal ein paar Flüchtlingskinder aufnehmen, reicht das doch als humanes Zeichen.

Und jetzt ist alles anders: Ein Virus hebelt uns aus, nichts geht mehr und zeigt uns, auf welch tönernen Füßen unsere Gemeinwesen stehen. Was ist wichtig im Leben? Das mit der Nachbarschaftshilfe haben wir doch eigentlich immer schon gewusst?! In diesem Satz ist das Suchen das Wichtigste!

Das Suchen nach dem besseren Miteinander, das Suchen nach besseren Lebensbedingungen für alle, das Suchen nach Frieden und dem Einklang mit der Natur. Hier haben wir keine bleibende Stadt, kein Paradies, aber eine Ahnung von Gottes Wollen und Wünschen für uns Menschen. Wir haben eine Hoffnung auf eine bessere Welt, auf ein neues Jerusalem, wo Gott abwischen wird alle Tränen.

Auf dieses neue Jerusalem können wir zugehen mit einem Blick offen für das, was der andere braucht. Das wäre auch eine gute Strategie für nach Corona.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Ewigkeit. Amen

Prädikantin Monika Ruhnau 27.03.2020

… wenn man trotzdem lacht! – Wort der Zuversicht / 27. März 2020

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Trotzdem die Situation – die „aktuelle Situation“, wie sie gerade auch oft genannt wird – gar nicht zum lachen und sich freuen ist.

Gerade darum liebe ich die vielen Witze, Wortspiele und Bildchen, die gerade die Runde machen. Ganz im Ernst, wer hätte Anfang des Jahres gedacht, dass Witze über knappes Klopapier der Renner sind? Dass schon überlegt wird, wie man die ganzen Klopapierrollen in der Adventszeit verbasteln kann? Vielleicht mit aufgeklebten (Sternchen-)Nudeln verzieren?

Wir brauchen das – lachen und fröhlich sein in einer Lage, wo einem auch das Lachen im Hals stecken bleiben könnte.

Und ich brauche noch viel mehr – ich brauche Gott, der mich fest an der Hand hält.

Trotzdem – das heißt beim Beter von Psalm 73, 23:

„Trotzdem bleibe ich immer bei dir. Du hast mich an die Hand genommen.“

Die Corona-Krise – wie sehr beschäftigt mich das! Uns alle, ja, die ganze Welt ist in der Krise. Wir reiben uns die Augen, wie sehr sich die Welt verändert hat. Und auch unser Glaube, unser Vertrauen auf Gott werden in besonderer Weise auf die Probe gestellt. So wie beim Beter von Psalm 73, den das Leben und die Wirklichkeit verzweifeln lassen. Eigentlich will er doch Gott vertrauen, aber das, was er erlebt, lässt ihn grübeln und zweifeln. Er hatte ganz andere Probleme als wir heute.

Aber er ist und bleibt im persönlichen Gespräch mit Gott. Er schüttet vor Gott sein Herz aus. Ihm sagt er seine ganze Not, seine Angst und seinen Kummer. Das ist gut und tut ihm gut. Es hilft ihm weiter und lässt ihn nach vorne blicken. Und noch viel mehr, er richtet seinen Blick auf den Herrn, seinen Gott.

„Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand.“ – so heißt es in der Luther-Übersetzung.

Das ist das Wagnis des Glaubens, sich an Gott festzuhalten gegen den Augenschein. Das tröstet, richtet auf und trägt durch. „Dennoch bleibe ich stets an dir!“ das ist ein wunderbares Bekenntnis. Und ein tragfähiger Grund für mein Leben, gerade wenn vieles ins Wanken gerät.

Aber davor steht, dass Gott uns seine Hand hinhält. Wir brauchen sie nur ergreifen und auf ihn schauen. Gott ist da. Immer. Er trägt und hält mich auch jetzt. Jeden dieser aktuellen Tage ist er uns nah, wo sich die schlechten Nachrichten überschlagen. Trotzdem und dennoch!

„Trotzdem bleibe ich immer bei dir. Du hast mich an die Hand genommen.“ Das will ich neu lernen und mich mit dieser Zuversicht durch diese Zeit tragen lassen.

Ach übrigens – wie wir wohl bald alle aussehen, wenn wir uns jetzt selbst die Haare schneiden müssen?!?

Mit den besten Wünschen, Bärbel Albers

Ein Gebet in diesen Tagen…

Du Gott des Lebens,

Du weißt, wie uns zumute ist.

Wir erleben eine Situation, wie die meisten von uns sie noch nie kennengelernt haben. Vieles beunruhigt uns.

Wir machen uns Sorgen um unsere Lieben, um unsere Gesellschaft und um uns selbst.

Wir bitten Dich für alle, die erkrankt sind. Für alle, die als Angehörige und Freund*innen an ihrer Seite stehen. Trage sie alle durch diese schwere Zeit!

Wir bitten Dich für alle, die sich mit vollem Einsatz um sie kümmern: Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Ansprechpartnerinnen in Einrichtungen, Sprechstundenhilfen und viele mehr.

Sie tun Dienst bis an den Rand der Erschöpfung und darüber hinaus. Stärke sie! Gib ihnen immer wieder neue Kraft! Und hilf, dass auch sie in allem immer wieder Momente der Erholung finden. Und dass unser Dank und unsere Wertschätzung sie erreicht.

Wir bitten Dich für alle, die jetzt schwere und weitreichende Entscheidungen treffen müssen in Krisenstäben und Ministerien – in einer auch für sie völlig neuen Situation. Gib auch ihnen immer neu Kraft und Weisheit und Mut! Hilf uns allen, sie zu unterstützen und ihnen den Rücken zu stärken.

Wir bitten für alle, die mit ganzer Kraft daran arbeiten, das Wichtigste in unserer Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Für alle Verkäufer*innen in den Lebensmittelläden, alle Mitarbeitenden in der Ver- und Entsorgung, alle Ordnungskräfte, alle Mitarbeitenden in KiTas, Schulen – und viele mehr. Wir danken Dir dafür, dass sie alle da sind und ihren Dienst tun!

Wir bitten Dich für alle, deren wirtschaftliche Existenz von Tag zu Tag stärker gefährdet wird. Hilf uns allen, gerade jetzt solidarisch zu sein und die Folgen der Krise miteinander zu teilen.

Wir bitten Dich besonders für alle, die sich gerade im Moment allein und isoliert fühlen. Die nicht verstehen können, was um sie herum geschieht. Segne sie besonders! Lass Menschen da sein, die ihre Einsamkeit immer wieder mit Anrufen und guten Worten überwinden!

Gott, wir bitten Dich für uns alle! Hilf uns, gerade in diesen Zeiten gut aufeinander zu achten und füreinander da zu sein. Schenk uns gute Ideen, wie wir einander beistehen und helfen können. Lass uns in dieser Krise innerlich zusammenrücken, auch wenn wir körperlich Abstand halten müssen. Gib, dass das Beste in uns in dieser Krise zum Vorschein kommt. Mach uns zu Werkzeugen Deiner Liebe und Deines Friedens. Und zeig uns immer wieder, wie unfassbar nahe Du uns bist – gerade jetzt!

Amen.

Von Jo Römelt aus der Kirchengemeinde Solingen Dorp

Klimafasten Woche 5 – Mobilität und nachhaltiges Reisen

Woche 5: Mobilität und nachhaltiges Reisen

Eine Woche Zeit…

…für eine andere Mobilität.

Bei der Belastung von Umwelt und Gesundheit durch Auto- und Reiseverkehr ist kein Fortschritt in Sicht: Die Länge der Staus auf den Straßen nimmt Jahr für Jahr zu – 2018 waren es unglaubliche 1.528.000 km. Der Flugverkehr über Deutschland stieg um 4,2 % gegenüber 2017. Bereits eine 14tägige Kreuzfahrt verursacht über 3 t CO2 pro Person. Solche Zahlen machen die  Suche nach klimafreundlichen und gesunden Alternativen dringender denn je.

Wochen Plakate Klimafasten Woche 5 Mobilität

Ich gebe der Gemeinde den Rest…

Unsere Aktion 1, 2 und 5 Cent-Münzen zu sammeln  – 10 Cent gehen natürlich auch 😉 – und „der Gemeinde den Rest“ zu geben führen wir auch 2020 fort.

Gerade hat unsere Küsterin Karen Balint wieder 63 € eingezahlt. Danke allen Spendern! Sie unterstützen damit unsere Gemeindearbeit.

Sammeln Sie einfach zu Hause weiter und bringen das Geld mit, wenn wir wieder Gottesdienste und Veranstaltungen haben. Es kann bei unserer Küsterin abgegeben werden.

Frühling ist nicht abgesagt! / „Ein Wort der Zuversicht“ für Montag, 23. März

Ein Bild macht in diesen Tagen die Runde, mit einem wunderschönen weit gespannten Regenbogen. Dazu die Worte:

„Nicht alles ist abgesagt“ Sonne ist nicht abgesagt Frühling ist nicht abgesagt Beziehungen sind nicht abgesagt Liebe ist nicht abgesagt Lesen ist nicht abgesagt Zuwendung ist nicht abgesagt Musik ist nicht abgesagt Phantasie ist nicht abgesagt Freundlichkeit ist nicht abgesagt Gespräche sind nicht abgesagt Hoffnung ist nicht abgesagt Beten ist nicht abgesagt… (Quelle mir leider unbekannt)

Daran muss ich denken, als ich – immer auf 2 m Abstand selbstverständlich – mal spazieren gehe, draußen in der Sonne! Mal den Kopf lüften beim ansonsten wichtigen „zu Hause bleiben“.

Der Frühling platzt aus allen Nähten und Knopflöchern und macht weiter, als ob nichts wär! Die Narzissen stehen in voller Blüte, ein Zitronenfalter flattert über die Wiese, ich entdecke den ersten Marienkäfer und eine dicke Hummel brummt herum. Nein! Frühling ist nicht abgesagt!

Mir kommt der Regenbogen in den Sinn. Er ist Gottes Zeichen am Himmel. Ein deutlich sichtbares Zeichen. Aber dennoch nicht selbstverständlich. Es nutzt sich nicht ab. Vielleicht geht es Ihnen wie mir, das ist doch immer was Besonderes, einen Regenbogen anzusehen, oder? Ich freu mich und möchte ihn möglichst lange anschauen können. Stehe immer wieder staunend da. Und man fragt sich gegenseitig – hast du auch den tollen Regenbogen gesehen?

Und ich erinnere mich gerne an Gottes Liebeserklärung, seine Großzügigkeit. Sein Versprechen, dass er die Erde nicht vernichten will. An den Bund, den Gott mit seinen Menschen schließt. Gott verspricht: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören, Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. (1. Mose 8,22 + 9, 13)
Wir denken an den Bund, aber Gott selbst auch! Wenn Gott diesen Bogen sieht, dient er ihm selbst als Erinnerungszeichen – das ist sein Knoten im Taschentuch! –, dass er diesen Bund geschlossen hat. Dass er sich festgelegt und verpflichtet hat. Wenn der Bogen am Himmel zu sehen ist, denkt Gott selber daran, dass er sich für uns Menschen ausgesprochen hat. Dass er auf unserer Seite ist. Immer, Tag und Nacht! Das heißt auch in hellen, fröhlichen Zeiten, aber auch in dunklen, schweren Zeiten.

Also auch jetzt ist Gott da, er ist mir nah! Das ist auch nicht abgesagt! Sondern angesagt wie nie!

Mit dieser Zuversicht gehe ich wieder nach Hause. Erfrischt und gestärkt an Leib und Seele!

Mit den besten Wünschen – Bärbel Albers