„Gott.Würde.Mensch“ und ein Krippenbild mit Maria und Josef – in strahlendem Orange wirbt Brot für die Welt um Spenden. Eines der Großplakate wurde jetzt an der Bushaltestelle „Ketzberg“ in direkter Nachbarschaft zur evangelischen Kirche angebracht.
Darüber freuen sich Pfarrer Christof Bleckmann und Presbyter Kurt Runge, die mit Küsterin Karen Balint einen lokalen Aufkleber anbringen durften. „Brot für die Welt kämpft als evangelisches Entwicklungswerk gegen Hunger und Mangelernährung, sorgt für Bildung und Gesundheit, stärkt Demokratie und Menschenrechte“, sagt Pfarrer Bleckmann, „wir sammeln regelmäßig dafür und empfehlen gerade in diesem Jahr reichlich zu spenden.“ Auch die Solinger Superintendentin Dr. Ilka Werner und der rheinische Präses Manfred Rekowski haben zu Spenden für Brot für die Welt aufgerufen.
Traditionell wird am Heiligen Abend in den evangelischen Kirchen für Brot für die Welt kollektiert. Die meisten Weihnachtsgottesdienste in evangelischen Gemeinden sind aber abgesagt. Jetzt werden Spenden gebraucht, um die Projekte von Brot für die Welt zu sichern.
Auf dem lokalen Aufkleber macht die Gemeinde Ketzberg auf ihr reduziertes Angebot an Heiligabend aufmerksam: von 15.00 bis 18.00 Uhr können Menschen die geöffnete Kirche anschauen (mit Masken und Abstand), Musik hören, ein Friedenslicht mitnehmen und eine Kollekte geben: für Brot für die Welt.
Spendenkonto von Brot für die Welt
Spendenkonto 500 500 500
BLZ 1006 1006
Bank für Kirche und Diakonie
IBAN: DE 1010 0610 0605 0050 0500
BIC: GENODED1KDB
Kanzelabkündigung zur 62. Aktion „Brot für die Welt“
zu Heiligabend, 24. Dezember 2020
Liebe Gemeinde,
dass Gott als Kind zur Welt kam, ist ein Wunder. Gott – in Gestalt eines Kindes – liegt auf Stroh. Die Krippe steht in einem Stall, bei den Ärmsten der Armen. Dieses Bild lenkt unseren Blick auf die Menschen, die auch heute unter so schwierigen Bedingungen ihr Leben meistern müssen wie die Heilige Familie.
Der Kampf gegen Corona hat das Leben weltweit verändert, und am stärksten trifft es einmal mehr die Ärmsten der Armen. Dabei sind die Kinder den Wirren besonders schutzlos ausgeliefert. Seit mehr als sechs Jahrzehnten engagiert sich Brot für die Welt gegen Hunger, Unrecht und Armut. Brot für die Welt leistet Hilfe zur Selbsthilfe, damit Menschen sich ihre eigenen Träume erfüllen können.
Lassen Sie uns über unseren Tellerrand hinausschauen. Brot für die Welt hilft uns, unseren Blick zu weiten und setzt sich dafür ein, dass die Gaben Gottes unter allen Menschen dieser Erde gerechter verteilt werden.
Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Kollekte die Arbeit von Brot für die Welt!
Einen gesegneten Heiligen Abend wünscht
Ihr Präses
Manfred Rekowski
Frauenhilfsmitglied müsste man sein! Die Vorstandsfrauen haben alle Mitglieder mit adventlichen Grüßen erfreut: ein persönlicher Brief der Vorsitzenden Angelika Tegeler, eine weihnachtliche Geschichte, Kostproben aus der häuslichen Keks-Bäckerei, eine kleine Bastelarbeit und ein elektrisches Licht: alles, um die Adventszeit schön zu gestalten. Vorstandsfrauen haben diese Gaben in einer schmucken Papiertüte den Mitgliedern an die Tür gebracht. Die 14täglichen Treffen fallen zur Zeit aus, auch die besonders beliebte Adventsfeier findet nicht statt. Der Gruß des Vorstands zeigt allen, dass sie nicht vergessen sind, macht eine Freude und hält den Kontakt.
Kekse und einen schönen Weihnachtsstern haben die Frauen des Gemeinde-Bastelkreises verteilt. Ihre Adressaten waren die Mitarbeiterinnen des Besuchsdienstkreises. Dieselben Frauen, die über das Jahr viele ältere Gemeindemitglieder mit einem Besuch oder Gruß zum Geburtstag erfreuen, wurden diesmal selbst besucht. An der Tür bekamen sie die Gaben des Bastelkreises überreicht. Eine schöne Überraschung und ein Beispiel, wie Menschen trotz der Abstandsgebote in Kontakt bleiben.
Wir wünschen allen Gemeindemitgliedern einen besinnlichen 1. Advent. Der Adventskranz in der Kirche ist in diesem Jahr wieder besonders schön geworden!
Am kommenden Sonntag kommt der Gottesdienst zum Toten- oder Ewigkeitssonntag aus der Stadtkirche Mitte. Weitere Videos von Gottesdiensten vergangener Wochen sind noch eine Zeit lang online. Stöbern Sie selbst! Hier ein Screenshot:
Predigt im Gottesdienst der Herbstsynode am 13.11.2020
Gott spricht: “Denn siehe, ich will Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?” (Jesaja 43, 19)
Liebe Schwestern und Brüder,
ich habe dieses Jahr Neues erlebt. Seit Mitte Mai bin ich Ketzberger Pfarrer, und ich erinnere mich gut an diese Anfangszeit: Die Pfarrwahl war im Februar. Ich habe mich auf die neue Aufgabe gefreut. Dann der Lockdown im März, Ostern at home. Der Abschied von meiner alten Gemeinde mit Abstandsregelungen und der Dienstbeginn in Ketzberg ebenso. Mein Gefühl dieser Zeit ist bis heute da: wie schnell sich alles total verändern kann! Wie verletzlich unser gesellschaftliches Leben ist. Wie gefährlich die Krankheit werden kann. Ich habe erlebt, wie viele in dieser Krise einmal mehr verantwortlich und solidarisch wurden, kreativ und bereit für Neues. Neu war allein schon, dass sich Menschen auch zurückhalten können. Ich habe aber auch Ermüdung erlebt, Genervtsein, Existenzangst, Überforderung.
Bevor ich hier nach Solingen kam, war ich 27 Jahre in Langenfeld, seit 1993. Wie überall habe ich dort auch den Rückgang der Kirchenmitgliedschaft erlebt und kein „Wachsen gegen den Trend“, obwohl wir gute, manchmal richtig gute Gemeindearbeit gemacht haben. Wir haben immer mehr Leute beerdigt als Kinder getauft. Klar, dass Gemeinden auch auf diesem Wege kleiner werden und weniger Personal und Häuser haben.
Die Mitgliederkrise habe ich immer auch als Glaubenskrise verstanden: Viele haben mit dem Bezug zur Kirche auch den Glauben verloren oder nicht authentisch kennengelernt. Sie haben Gott vergessen und vergessen, dass sie ihn vergessen haben. Bei Taufgesprächen, im Konfirmandenunterricht, im Hausbesuch musste ich oft bei Null anfangen.
Ich will mich nicht beschweren. Sondern nur skizzieren, wo wir stehen.
Wir wissen nicht, wie die Zukunft wird. Wie sich Coronakrise und Kirchenkrise auswirken. Wie es weitergeht mit Klima und den natürlichen Lebensgrundlagen, mit Demokratie und wo bei dem allen die Rolle derer ist, die jetzt in der Kirche Verantwortung tragen.
Aus alter Zeit spricht das Prophetenwort aus dem Jesajabuch in unsere Lage heute abend. Ob es uns Mut machen kann, die Veränderungen anzunehmen? Gott spricht: “Siehe, ich will Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?”
Jesajas Zuhörerinnen und Zuhörer erlebten das Ende der Babylonischen Gefangenschaft. Das war überraschend und es war fraglich, ob der neuen Lage zu trauen ist. Die Menschen rieben sich die Augen und mussten erst einmal Vertrauen fassen und in dem Neuen auch das Gute entdecken.
Für Jesaja war klar: Gott handelt. Er ist Ursprung aller Kreativität, schöpferisch wie am Anfang. Die Schöpfung und alles hat er aus dem Nichts geschaffen. Es ist Gott nicht zu schwer, immer wieder schöpferisch diese Welt zu gestalten.
Durch Jesaja spricht Gott, der den Regenbogen in die Wolken setzte – das Bundeszeichen, dass die Schöpfung bestehen soll. Ich finde es bemerkenswert, dass dieser Regenbogen seit dem Lockdown Kinderzimmerfenster schmückt und die hoffnungsvoll-trotzige Botschaft transportiert: „Alles wird gut“.
Gott will Neues schaffen, sagt Jesaja, und er erinnert an die Liebesgeschichte Gottes mit Israel. Diesem versklavte Volk hat Gott Freiheit und Hoffnung geschenkt. Gott hat seine Volk durch alle Krisen geführt, durch Meer und Wüste. Immer und immer wieder spiegeln solche Geschichten Erfahrungen von Menschen wider, die in Gott die Kraft sahen, nicht aufzugeben.
In dieser Linie seines Volkes Israel tritt Jesus auf und verkündet das Reich Gottes. Kein Schlaraffenland, aber die Zukunft Gottes für alle: für die am Rand, für Bedrohte und Ungeschützte. Hoffnung für Hoffnungslose. Seine Auferweckung von den Toten ist das Zeichen, dass bei Gott nichts unmöglich ist, dass es kein Ende gibt, dem nicht ein Neuanfang in bis dahin ungeahnter Form folgen kann. „Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln (Bonhoeffer)“.
Und in dieser Linie stehen wir heute, Christinnen und Christen des 21. Jahrhunderts.
Wir wissen um die Herausforderungen der Zeit, wir zehren von dem Hoffnungspotential unserer Tradition. Ich glaube, dass Gott der Kirche immer neu Leben einhaucht. Sie entsteht immer neu in jeder Generation. Der Prozess ist manchmal mühsam, manchmal schmerzlich. Kraftquelle für alle Veränderungen der Kirche darf die Hoffnung sein. Denn auch eine kleiner werdende Kirche kann nah bei den Menschen sein. Diasporakirchen machen es uns vor: sie können zahlenmäßig klein sein und zugleich glaubwürdig und wirksam in ihrem Kontext.
Was sollen wir also tun, die wir heute in der Kirche Verantwortung tragen? Ich würde sagen: wir sollten alles tun, was der nächsten Generation nützt. Je älter ich werde, desto mehr möchte ich der nächsten Generation etwas hinterlassen, das sie nicht belastet, sondern ihr Freiraum gibt.
Wer ist der Motor der Veränderung? Wir sind es selbst. Gott gibt die Kraft dazu. Und wir werden das schaffen, wenn wir uns füreinander interessieren, wenn wir aufeinander hören, wenn wir füreinander sorgen. Das Bibelwort im Jesajabuch war ja zuerst gerichtet an Menschen, die bereits viel mit Gott erlebt hatten. Es waren erfahrene Glaubende, versiert und mit der Glaubensgeschichte vertraut. Ich komme darauf, weil es auch bei den Veränderungsprozessen, die wir heute zu regeln haben, auf Erfahrungen ankommt. Aber nur, wenn die Erfahrungen einen beweglich machen.
Daher schlage ich vor, dass die Älteren unter uns, und ich zähle mich mit zu ihnen, dass die langjährig bei Kirche engagierten eine betont konstruktive Rolle spielen. Es ist kein Zufall, dass die Glaubensgeschichte Gottes mit Abraham begann, der ja auch kein Youngster war, als Gott ihn rief. Er, der alte Mann mit Sara, der alten Frau, sie sind Prototypen des Menschen in Veränderung, sie gehen aus ihrem Land und ihrer vertrauten Umgebung in ein Land, das Gott ihnen zeigen wird. „Seht ihr‘s nicht, Gott will Neues schaffen“ – er braucht dazu alle Kräfte ganz bestimmt in jedem Alter, im Haupt- und Ehrenamt. Die Jungen bringen ihre Kraft und ihre Ideen mit. Die Abrahams und Saras unter uns, also die mit den vielen Erfahrenen bringen sich als Motoren der Veränderung ein. Die Älteren haben soviel erlebt und soviel ausprobiert, sind gescheitert und haben wieder Neues versucht. Die Aufgabe für die nächsten, diese letzten Jahre ist es, Motoren der Strukturveränderung der Kirche zu sein: Je erfahrener, desto beweglicher! Je älter, desto offener für neue Wege!
Was haben wir schon zu verlieren? Nichts! Die Kirche verändert sich sowieso. Verlieren können wir Älteren bloß die undankbare Rolle des Bremsers, auf dessen Ruhestand oder altersbedingtes Ende des Ehrenamtes die Jüngeren sehnlichst warten. Wir sollten Spuren hinterlassen, nämlich Strukturen, die etwas taugen, auch wenn die Kirche kleiner wird.
“Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?”
Gott stattet uns aus mit Hoffnung in jeder Lage. Wir sollen uns gemeinsam die Augen reiben und sehen, was ist: Neues entsteht. Gott lässt es wachsen. Wir sollen’s erkennen. Und wir sollen erkennen, dass wir jetzt nicht zu bremsen brauchen, sondern beschleunigen können. “Erkennt ihr’s denn nicht?”
Und Gottes Friede bewahre Herzen und Sinne, durch Jesus. Amen.
Evangelische Kirchen: Gemeinsame Erklärung zur aktuellen Lage
29.10.2020
Detmold/Bielefeld/Düsseldorf. Mit Blick auf den im November nun neuerlich bevorstehenden Teil-Lockdown erklären Landessuperintendent Dietmar Arends (Lippische Landeskirche), Präses Annette Kurschus (Evangelische Kirche von Westfalen) und Präses Manfred Rekowski (Evangelische Kirche im Rheinland) gemeinsam:Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist. (1. Petrus 3,15)
Hoffnung, die weiter trägt als menschliches Vermögen und vernünftiges Kalkül: Die brauchen wir gegenwärtig so nötig wie selten.
Der neuerlich notwendig gewordene Teil-Lockdown bedeutet für viele Menschen eine enorme weitere Belastung.
Wir haben gesehen, wie berufliche Existenzen durch die Beschränkungen im Frühjahr gefährdet und zerstört wurden, wie insbesondere alte Menschen von Einsamkeit bedroht waren, wie unser soziales und kulturelles Leben gelitten hat. Nun müssen wir nach einem kurzen Aufatmen während der Sommermonate erleben, dass die Corona-Pandemie noch lange nicht durchgestanden ist, sondern weitere Anstrengungen und Beschränkungen erfordert. Unterdessen ist unsere Gesellschaft dünnhäutiger geworden, und der dunkle Monat November macht es für viele Menschen zusätzlich schwer. Wir stehen vor schweren Wochen, auch weil das Wissen um den nun herausfordernden Alltag erneut verunsichert und schmerzt.
Uns Christinnen und Christen trägt die Gewissheit, dass Gott auch und gerade in dieser schweren Zeit an unserer Seite steht. Wir trauen dem Leben mehr zu als dem Tod.
Gerade jetzt ist unsere besondere Aufgabe, die Einsamen, Alten und Schwachen nicht im Stich zu lassen. Unsere Gedanken und Gebete sind bei denen, die sich Tag und Nacht einsetzen in Arztpraxen und Krankenhäusern, auf Intensivstationen, in Altenheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen.
Uns liegt am Herzen und wir sehen uns in der Pflicht, unserem seelsorglichen Auftrag – wie schon im Frühjahr – unter veränderten Rahmenbedingungen weiter mit ganzer Kraft nachzukommen. Das tun wir auch: Wir laden weiterhin ein zu Präsenzgottesdiensten unter strengen Schutzmaßnahmen. Unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger sind ansprechbar und suchen auch weiterhin den Kontakt zu den Menschen. Kirchliche Beratungsstellen bieten nach wie vor ihre Hilfe und Unterstützung an.
In unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei denen, die nun erneut um ihre berufliche Existenz bangen: bei den Kulturschaffenden, den Gastronomen, Hoteliers und Selbstständigen, gerade in der Kulturszene und der Veranstaltungsbranche, und vielen anderen mehr.
Unsere Gedanken und Gebete begleiten die politisch Verantwortlichen in Bund, Ländern, Kommunen und Landkreisen, die nach bestem Wissen und Gewissen schwere Entscheidungen treffen.
Der November als Monat des Gedenkens an die Verstorbenen ist der letzte Monat des Kirchenjahres. Ihm folgt die Adventszeit: Eine Zeit der Erwartung – und zugleich eine Zeit der Buße und der Umkehr. Innehalten, umkehren und neue Wege einschlagen – in der Erwartung Gottes, der sich zu uns aufmacht. Als Mensch unter Menschen, mitten hinein in diese schwere Zeit. Niemand und nichts ist verloren.
Diese Hoffnung trägt uns. Diese Hoffnung tragen wir in die Welt. Jetzt erst recht.