Gottesdienst für Zuhause von unserer Prädikantin Monika Ruhnau

Und hier ein neuer ein Gottesdienst für Zuhause von unserer Prädikantin Monika Ruhnau für Sie:

Als Download: Impuls für den Sonntag 29.03.2020

Der Friede Gottes sei mit Euch allen – Der Friede sei mit Dir

Guten Morgen, liebe Geschwister! Judika heißt unser Sonntag, eine inständige Bitte aus Psalm 43: Schaffe mir Recht, o Gott und errette mich. Seit hunderten von Generationen ist dies ein Hilfeschrei der Armen, Kleinen und Schwachen. Wie gut tut da das Band der Solidarität in unseren Tagen, die vielen kleinen aufheiternden Worte, die Nachbarschaftshilfe und nicht zuletzt und ganz besonders das aufrechte Mühen der politisch und wirtschaftlich Verantwortlichen, keinen zurückzulassen.

So lasst uns feiern

Im Namen Gottes: des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat,der Bund und Treue hält ewiglich und der nicht loslässt das Werk seiner Hände.

Morgengruß Lied 449 Die güldne Sonne voll Freud und Wonne

Bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht.

Gebet

Gütiger Vater, voll Zuversicht, ohne Pessimismus wollten wir die Passionszeit begehen. Doch es ist so schwer.

Die Sonne scheint hoch vom Himmel, der Coronaschrecken scheint unwirklich, nicht zu greifen. Hilf uns geduldig zu bleiben und vernünftig.

Lass uns bedenken, dass jeder Tag seine eigene Plage und Mühe hat und dankbar sein, wenn wir jeden Tag aufs Neue gesund unser Tagwerk begehen können. Lass uns im Gebet füreinander da sein.

Wir bitten dich für die Menschen, die ihren Dienst für die Gemeinschaft leisten: In Laboren, in Krankenhäusern, in Lebensmittelläden, in der Politik… Schenke ihnen Kraft für ihr Tun und Mut für ihre Entscheidungen.

Wir bitten dich für die Kranken: Steh ihnen bei durch Menschen, die versuchen, ihr Leid zu lindern. Nimm sie in Liebe an, wenn alles Menschentun nicht mehr helfen kann. Gütiger Vater, du bist Halt unseres Lebens in Angst.

Wir bitten um deine tägliche Zurüstung durch dein Wort des Lebens, wenn wir gemeinsam mit den Worten deines Sohnes beten:

Vater Unser

Geleit für die Woche Lied 421 Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott zu unsern Zeiten. Es ist ja doch kein anderer nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott alleine.

Herr, wir bitten dich:

Segne uns. Halte deine schützenden Hände über uns und gib uns deinen Frieden. Amen

Der Predigttext steht im Hebräerbrief, Kapitel 13, die Verse 12-14

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Liebe Geschwister, mit diesen Zeilen tauchen wir tief hinein in die Passionszeit. Im Gottesdienst würden wir neben dem Halleluja auch nicht mehr das Gloria „Lobe den Herrn, meine Seele“ singen. Stiller soll es werden bis Ostern. Die Zeilen rücken den tiefen Sinn unseres Glaubens in den Focus. Jesus, der unsagbar gelitten hat, draußen vor dem Tor von Jerusalem, auf Golgatha am Kreuz.

Und dieses Leiden im Einklang mit Gott, seinem gütigen Vater. Im Bewusstsein, dass es keine Laune seines Vaters ist, sondern lauter Liebe zu seinem Volk, zu allen Menschen. Fast an Gott zweifelnd: Mein Gott, warum hast du mich verlassen – um dann doch sagen zu können: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und Gott handelt an ihm und weist den Tod in seine Schranken.

Und so können wir singen: Jesus lebt, mit ihm auch ich. Heiligen, welch altertümliches Wort, für protestantische Ohren ungewohnt. Doch es meint: Mit Gott im Einklang sein, angenommen sein. Keine Schuld trennt uns, im Handeln an Jesus hat Gott sie getilgt. Wir können nicht mehr zu Jesus hinausgehen. Aber wir dürfen voll Zuversicht glauben:

Jesus lebt, mit ihm auch ich. Doch unser Leben bleibt fragil, wir haben keine Vollkaskoversicherung. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Welch eindringlicher Satz in diesen Zeiten! Da hatten wir Menschen doch bis Jahresanfang gedacht, wir hätten alles im Griff. Trotz kleiner Dellen: die Wirtschaft läuft, mit Fußballeuropameisterschaft und Olympiade das Jahr sportlich wunderbar getaktet, Syrien werden wir irgendwie aussitzen und wenn wir erst einmal ein paar Flüchtlingskinder aufnehmen, reicht das doch als humanes Zeichen.

Und jetzt ist alles anders: Ein Virus hebelt uns aus, nichts geht mehr und zeigt uns, auf welch tönernen Füßen unsere Gemeinwesen stehen. Was ist wichtig im Leben? Das mit der Nachbarschaftshilfe haben wir doch eigentlich immer schon gewusst?! In diesem Satz ist das Suchen das Wichtigste!

Das Suchen nach dem besseren Miteinander, das Suchen nach besseren Lebensbedingungen für alle, das Suchen nach Frieden und dem Einklang mit der Natur. Hier haben wir keine bleibende Stadt, kein Paradies, aber eine Ahnung von Gottes Wollen und Wünschen für uns Menschen. Wir haben eine Hoffnung auf eine bessere Welt, auf ein neues Jerusalem, wo Gott abwischen wird alle Tränen.

Auf dieses neue Jerusalem können wir zugehen mit einem Blick offen für das, was der andere braucht. Das wäre auch eine gute Strategie für nach Corona.

Und der Friede Gottes, welcher höher ist all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Ewigkeit. Amen

Prädikantin Monika Ruhnau 27.03.2020

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