Setz dich hin, Gott ist schon da! / Wort der Zuversicht 9. Juni 2020

Trinitatis – so lautet der Name des letzten Sonntags, des ersten Sonntags nach Pfingsten, an diesem Sonntag feiern wir den dreieinigen Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist.

„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ – so grüßt der Apostel Paulus die Gemeinde in Korinth (2. Korinther 13,13) und so heißt es im Wochenspruch für diese Woche.

Trinitatis erzählt vom großen Gott, der sich uns Menschen auf so unterschiedliche Art und Weise offenbart. Aber es ist der eine Gott. Wie kann man sich das vorstellen?

Ein schönes Bild für mich ist das Wasser – es kann so vielfältig sein. Die Erscheinungsformen sind sehr verschieden, aber das Wesen ist das Gleiche. Wasser begegnet mir in flüssiger Tropfenform – frisch aus dem Wasserhahn oder der Flasche, oder als kleiner Regentropfen und im weiten endlosen Meer. Wenn ich Wasser erhitze, wird Wasser zu luftigem Dampf, gut zu beobachten z.B. beim Kochen. Und als drittes begegnet mir Wasser in fester Form – als Eis. Flüssig, gasförmig oder fest – aber es bleibt doch immer Wasser.

Vater, Sohn und Heiliger Geist – es war, ist und bleibt alles Gott!

Gott begegnet mir als kräftiger und liebevoller Schöpfer und Vater. Er begegnet mir in der Menschlichkeit Jesu. Auch im Leiden ist er da und mir ganz nah, weil er das alles selbst erlebt hat. Er ist barmherzig und schenkt mir Vergebung. Und er bringt mich neu in Bewegung durch seinen Heiligen Geist, der mich ermutigt und stärkt, mir die Angst nimmt und mich mit anderen Menschen zu einer Gemeinschaft verbindet. Mir würde was fehlen ohne eine der drei „Personen“ – alles gehört zu meinem Bild von Gott.

Gott ist in sich Gemeinschaft und Beziehung. „Gesellige Gottheit“ – so hat ihn der Schweizer Theologe Kurt Marti genannt. Ich versuche, mir das vorzustellen: Ein Gott, der durch und durch Liebe ist, der nicht für sich bleiben will. Und ausgerechnet meine Gesellschaft sucht!

Vor der Kirche meiner Heimatgemeinde steht eine Bank, darauf steht – übersetzt aus dem plattdeutschen: „Setz dich hin, Gott ist schon da!“ Wie schön! Ich darf mich hinsetzen und reden, als ob Gott neben mir sitzen würde. Und da darf ich mich ausruhen und neue Kraft tanken. Ich darf loswerden, was mich beschäftigt. Mir Freude bereitet. Was mir gelungen ist. Oder was mich belastet und nervt. Und Gott sitzt da, legt vielleicht den Arm um mich, lässt mich seine Nähe spüren und hört mir zu. Wie ein Vater. Und wie der Sohn vergibt er mir, wenn ich Fehler gemacht habe, oder ich so gelebt habe als ob es ihn nicht gäbe. Und dann schubst er mich sanft wieder hoch und lässt mich gesegnet, gestärkt und be-geistert weiter gehen.

So klein wird Gott und so groß und wirksam ist er doch.

Ich frage mich – ist es nicht sogar einfacher, einen dreieinigen Gott zu verstehen und ihm zu vertrauen, als an einen einzigen, so unfassbar großen Gott? Einen Gott, der sich nämlich nicht nur in einer, sondern sogar auf oder in dreierlei Art und Weise uns Menschen zeigt und offenbart?

Die Rede vom dreieinigen Gott erinnert an eine lange, lange Geschichte Gottes mit seinen Menschen – und auch mit mir! Diese Geschichte kann ich mir mit drei Worten merken: Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Die Nähe dieses Gottes wünsche ich Ihnen von Herzen!

Bärbel Albers

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.